Verschuldung im Vergleich

Mai 18th, 2012

In diesen Tagen ist wieder Griechenland das große Schuldenthema. Die Neuwahl hat keine Klärung des weiteren Kurses gebracht, sondern vielmehr das Land und die Beziehungen international destabilisiert. Nach wie vor ist der Austritt von Griechenland real. Je länger darüber disktutiert wird, desto denkbarer und möglicher erscheint dieser Schritt. Es sind ja auch die tatsächlichen Zahlen dort so verherrend schlecht, dass man sich nur wundern kann. Trotz der inzwischen 3-jährigen Krise ist noch immer in Griechenland nicht bekannt, wie viele Staatsangestellte oder Rentner es gibt und wer welches Grundstück besitzt. Griechenland ist in der Verwaltung ein 3.-Welt-Land und daher auch trotz weiterer Milliarden nicht EU und Euro-fähig. Statt diese vielen Subventionen in Autobahnen, Infrastruktur und dem bodenlosen Landwirtschaftsbereich zu verschwenden wäre es dringend gewesen, das Land in der inneren Struktur voran zu bringen. Doch das jetzt in der Krise zu bewerkstelligen, wenn doch -wie an den bislang dürftigen Ergebnissen ablesbar- offensichtlich kein großer Wille oder keine Fähigkeit dazu da ist, ist m.E. illusorisch.

Bei der Betrachtung dieser Misere sollte man aber auch mal in den eigenen Bereich, hier im Land also, sich umsehen.  Griechenland hat eine Pro-Kopf-Verschuldung von ca. 29.000,-€ in 2011. Der Schuldendurchschnitt in Deutschland ist etwas niedrieger nämlich ca. 24000€. Die Spitzenreiter Berlin und Bremen liegen aber nur wenig unter dem griechischen Wert. Was die Schulden betrifft, sind wir den Griechen nicht weit hinter her.

Fakt ist, dass diese Milliarden, die Deutschland jetzt nach Griechenland gibt (oder infolge der eingegebenen Versprechen geben oder abschreiben wird) dringendst auch im Land benötigt werden. Die Kassen sind in vielen Ländern und noch viel stärker in Kommunen sehr klamm. Die Kassekredite (die letzte Chance der Kreditfinanzierung, wenn kein ordnetlicher Haushalt nicht mehr aufgestellt werden kann) sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Zudem sind in den Haushalten enorme Beträge versteckt. Z.B. haben Kommunen viele Millarden an Schulden über Eigenbetriebe ausgelagert, die aber dennoch zu 100% staatliche Schulden geblieben sind. Nicht zu vergessen sind die Schuldenberge infolge von Pensionen, Renten und sonstigen Sozialleistungen. Die meisten Bundesländer haben zwar immens Beamte eingestellt, jedoch für die Pensionen ist kaum Geld zurück gelegt worden. Folglich werden in den kommenden Jahren zusätzlich zu den hohen Belastungen der Kredite, des laufenden Personals die Pensionslasten immer weiter steigen.

Was tut ein Staat, wenn ihm das Geld nicht mehr ausreicht? Dieser Frage wird man sich zunehmend stellen müssen. Die Optionen sind mehrfach da:

1. Er holt sich das Geld bei den Bürger in Form von höheren Steuern. Tatsächlich wäre diese Option sinnvoll und richtig, weil der Vermögenszuwachs in Deutschland z.B. 3x höher war als der Schuldenzuwachs. Hätte der Staat durch vernünftige Steuerpolitik diesen Zuwachs besteuert, hätte man hier überhaupt keine neuen Schulden anhäufen müssen. Genau aber da liegt das Problem. Der Einkommenszuwachs des normalen Einkommens ist seit 2000 fast gegen 0 (inflationär betrachtet teils sogar gefallen). Hingegen sind in den obersten Einkommensgruppen die Vermögen deutlich angestiegen. Doch hier genau greift der Staat nicht zu. Er lässt es zu, dass die großen Konzerne über sonstige Konstrukte und Auslandsfilialen die Gewinne steuerfrei erzielen. Das große Geldvermögen bleibt weitgehend unbesteuert.  Daher, in der Logik dieser bisherigen Entscheidungen, ist zu erwarten, dass neue Regierungen sich hier genauso verhalten und daher für den normalen Einkommensbezieher sich die Abgaben steigern, die großen Vermögen bleiben wenig angetastet.

2. Kürzung der Ausgaben ist die nächste Option. Hier aber ist die Möglichkeit gering. Die BayernLB musste dies schmerzlich dieser Tage erfahren, dass man eingegangene Versprechen halten muss. Daher kann der Staat nur gering die Ausgaben zurück fahren. Tatsächlich  werden alle Sparbemühungen durch andere Einflüsse völlig aufgehoben. Die Pensionslasten stiegen, die Ausgaben im Militärbereich werden nicht auf diesem niedrigen Niveau verbleiben. Auch werden die Zinsen auch diese niedrigen Niveaus verlassen und steigen (der langjährige Druchschnitt liegt bei 7-10%, Die Zinsen waren aber auch schon mal bei 15-20%). Es ist daher hier keine Lösung zu erwarten.

3. Die Option der Steuererhöhung  ist gegeben, jedoch politisch kaum umsetzbar. Man verlöre Wahlen und das wird ohne zu große Not kein Politiker riskieren wollen. Jedoch ist der Trick aber auch hier im Detail zu finden. Es gibt jede Menge kommunaler Abgaben, die man erhöhen kann. Da die Kommunen häufig am kritischsten mit der Finanzierung da stehen, ist der Zwang zu solchen Maßnahmen gegeben. Auch wird es so kommen, dass europäische Steuern künftig erhoben werden, die dann auch die nationalen Steuern oben drauf kommen werden. Zuletzt ist wie unter 4. beschrieben gar keine nominale Steuererhöhung erforderlich. Allein durch die Lohnsteigerungen steigt automatisch das Steueraufkommen für den Staat an. Dies dürfte der eigentliche Grund sein, warum seit Jahrzehnten an der starren Steuertabelle fest gehalten wird und diese nicht mit der Inflation stetig angeglichen wird. Zu erwarten ist aber, dass nach Möglichkeit die Steuern maximal möglich angehoben werden. Die Verteilmaschinerie des Staates ist wie ein Junckie auf diese Steuermilliarden der arbeitenden Bevölkerung angewiesen. Es ist ein riesiger Moloch an Verteilung und Empfängern entstanden, der wesentliche Teile des Einkommens vieler aufzehrt. Nicht zu vergessen sind die Zinszahlungen, die letztlich immer in die Taschen der Vermögenden (die ja in der Lage sind, Kredite zu geben) fließen.

4. Inflationierung der Schulden ist hier das Zauberwort. Man versucht über eine sich stetig kummulierende Inflation von 4-6% die Schulden einfach  aufzulösen.  In 10 Jahren sind damit gesamt 70% Geldentwertung gegeben. Da die Steuerabgaben infolge der starren Steuerprogression steigen, ist dies der einfachste Weg. Man verspricht den Menschen 4-5% Lohnerhöhung. Man sagt ihnen aber nicht, dass die Steuerabgaben damit aber um 5-6% steigen infolge der dann höheren Steuersätze. Die höheren Kosten lassen aber die Inflation steigen, so dass letztlich weniger als vorher bleibt. Um nicht die Pensionen, Renten usw. wesentlich anheben zu lassen, wird die nominelle Inflationsrate aber niedriger gehalten. Hier trickst man über die Produkte des Warenkorbs. Ein anderer Trick ist, dass man die Preissteigerung der Produkte als Wertverbesserung heraus rechnet. Z.B. ein Handy konnte früher nur telefonieren, die heutigen können mehr. Daher gibt es bei Handy´s keine Preisteigerung, sondern sogar eine Preisreduktion. Das kann man mit Computern, Auto´s, Häusern usw. machen und so die Werte deutlich senken. Die Politik verkauft den Bürgern damit Löhnsteigerungen, die sich dann über die Hintertüre wieder kassiert. Statt mehr hat die Mehrheit weniger in der Tasche.

Wenn es also keine finanlen Kollaps der Finanzmärkte geben sollte (auch diese Option ist real gegeben), ist zumindest über die Zeit eine massive Geldentwertung zu erwarten, um die öffentlichen Haushalte dann zu sanieren.  Dieses Szenario sollte man für die persönliche Zukunftsplanung daher beachten und bedenken.

14000 Windräder stehen still

Dezember 2nd, 2011

Bei uns ist ein enormer Boom im Bereich der “erneuerbaren Energien” gegeben. Die Förderung hat die Zahl der installierten Windkraftanlagen, PV-Anlagen usw. stetig gesteigert, so dass erkennbar die Infrastruktur vielfach damit erhebliche Probleme hat, d.h. die dort produzierte Energie kann im Netz nicht verteilt werden, nicht weiter geleitet und kann daher nicht abgenommen werden.

Aus den USA ist aber nun eine andere Meldung da, die überrascht: 14000 Windkraftanlagen stehen still und werden nicht genutzt. Sie drehen sich wie ein vergessenes Spielzeug im Wind.

Grund ist, dass die Windkraftanlagen im Rahmen von Förderungen gebaut und unterhalten wurden. Diese Förderungen sind aber längst ausgelaufen. Die stetig anfallenden Kosten für Betrieb, Unterhalt, Reparaturen usw. aber sind so hoch, dass diese Windkraftanlagen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Da der Rückbau dieser Anlagen noch um ein vielfaches höher liegt in den Kosten, werden diese Anlagen abgeschalten, nicht mehr betrieben und stehen als Ruine in der Landschaft.

Die Optik der Anlagen ist hierbei noch der geringste negative  Effekt. Die sich stets drehenden Windräder kosten weiterhin vielen Vögeln und Fledermäusen das Leben. Zudem ist irgendwann zu erwarten, dass der Aufenthalt in diesen Zonen zu gefährlich wird, weil herabfallende Teile jeden Aufenthalt zu einem großen Risiko machen.

Quellen:

In den deutschen Medien ist außer einer Quelle (die aber nicht über Google-Suche angezeigt wird) keine Info zu diesem Thema zu finden. Es mag sein, dass dies wie die kürzliche Verurteilung des Hr. Rahmstorf vom Potsdamer Klimainstitut mit der Politischen Korrektheit der dt. Medien zu tun hat (siehe Rahmstorf ), man meldet nicht, was nicht in die gewünschte Weltsicht passt.

Die Entwicklung der Windkraft jenes Beispiels zeigt aber deutlich, dass dieser Weg, der Energieverknappung zu entkommen, nicht gelingt. Grundsätzlich sind hier 2 Probleme da, die in der heutigen Diskussion viel zu wenig beachtet werden:

1. Die Lüge der billigen Energie

Man kann erneuerbare Energie nicht so billig produzieren, dass sie mit der fossilen Energie konkurriert. Das Öl, welches ein so kostbarer Rohstoff ist, wird zu einem Preis verhöckert, der dem Wert dieses Stoffes einfach nicht gerecht wird. Die Endlichkeit des Öls. seine Eigenschaften, die negativen Folgen seiner Produktion usw. sind nicht entsprechend eingepreist. Man kann nicht überall sagen, wir können erneuerbare Energie zu dem aktuellen Preis dieser fossilen Energie irgendwann herstellen, weil das nicht möglich ist. Würden wir die Bauteile der erneuerbaren Energie allein mit erneuerbarer Energie und nicht mit fossilier/atomarer Energie herstellen, wären diese Teile noch um ein vielfaches teurer. Der Ersatz der fossilen Energie ist nur über eine drastische Reduktion des Energieverbrauchs und damit dem Ende vieler Gewohnheiten unserer Wegwerfgesellschaft   möglich und nur mit einem vielfach höheren Preis für Energie als jetzt.

2. Die Lüge der Gleichwertigkeit der erneuerbaren Energie

Die bislang bekannten Möglichkeiten, regenerativ Energie zu produzieren sind nicht gleichwertig den vorhandenen fossilen Energieträgern. Wir können niemals Biotreibstoff in solchen Mengen herstellen, um analog wie das Benzin unsere Fahrzeuge zu nutzen. Wir werden nicht die Netzstabilität haben, wie wir es von Gas, Atom und Öl gewohnt sind, weil die Natur einfach viel unsteter ist. Damit mussten unsere Vorfahren leben und auch wir werden damit zurecht kommen. Jedoch, das zu ignorieren und so zu tun, als ob man hier gleichwertig sei, halte ich für Unsinn und gelogen. Z.B. Strom und Wärme aus einer Biogasanlage sind mit einem viel höheren Einsatz an Arbeit, Flächen usw. verbunden, als es vergleichbar mit Öl oder Gas ist. Dennoch ist die Versorgungssicherheit geringer, weil die Landwirtschaft von der Natur abhängig ist. Man kann daher nicht ausschließen, dass manche Jahre einfach weniger Energie erbringen und dann auch eine “Energiedürre” entsteht.

Leider ist unverkennbar der Mensch nicht gewillt, zu erkennen, was nötig ist und auch entsprechend zu handeln.  Allein der Preis bestimmt das Handeln und das billigste ist das beste Produkt. Da allein nur der Geldwert den Wert aller Dinge bestimmt, die Berechnung der Preise in keinster Weise Nachhaltigkeit, soziale Aspekte, das volkswirtschaftliche Wohl usw. berücksichtigen, der Staat in dem Glauben einer sich selbst regulierenden Globalisierung hier nicht (und wenn, meist völlig falsch und planlos) tätig wird, muss folglich erst in der absehbaren Verknappung der Güter eine Umkehr erfolgen. Dann aber, wenn die Krise bereits herein gebrochen ist, noch die Reserven für eine Änderung zu haben, ist kaum zu erwarten. Daher wird, wenn denn die Verknappung der fossilen Energie eintritt, auch die Folge ein Kampf um die Verteilung der Reste aufkommen. Bereits heute ist mehr als deutlich zu sehen, wie militärisch und kriegerisch dies sein wird.

Vielleicht sind dann die Regionen noch in der Lage, ihre Windräder wenigsten zum Teil irgendwie zu nutzen.

Sparen für die Notzeit

November 12th, 2011

Die Wirtschaftspolitik unserer westlichen Welt (und damit weil dominierend im Grunde aller Wirtschaftsräume) ist gekennzeichnet von dem Ansatz, dass man Schwächephasen der Wirtschaft (Konkunkturtiefs und rezessive Phasen) mit meist Schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen überwindet. Man verschuldet sich in der Not und zahlt dann in der besseren Phase wieder diese Schulden zurück. Die Äußerungen der Politiker sind durchsetzt mit dieser Philosophie und -sobald jemand heute irgendwo ein Sparprogramm machen will- wird dies als hinderlich für die Konjunktur hingestellt.

Jedoch, betrachtet man die Entwicklung genauer, zeigt sich, dass die Politiker es stets schafften, in konjunkturell schlechten Zeiten die Schulden teils enorm aufzublähen, nie aber Schulden abzubauen. Den Spitzenplatz nimmt hier die Regierung Schwarz-Rot unter Merkel/Steinmeier/Steinbrück ein. Hier wurden die Schulden um unvorstellbare Maße erhöht (über 150Mrd. Euro, mehr noch als in der Zeit der Wiedervereinigung). Danach gab es eine Zeit von wesentlich besseren Konjunkturdaten, die Wirtschaftsleistung ist fast so hoch wie vor der Krise. Dennoch macht der Staat neue Schulden in Höhe von über fast 30 Mrd.€. Man lobt sich, dass die vormals angesetzten 57Mrd€ unterschritten sind. Dennoch ist diese Verschuldung immer noch im Bereich von 10% der gesamten Haushaltsausgaben der Bundesrepublik.

Es ist daher eine politische Lüge, dass die Politik irgendwo die konjunkturelle Schulden reduzieren wird. Die Politik ist vergleichbar einem Fahrzeug, welches nur ein Gaspedal aber nicht über eine Bremse verfügt. Sie kann nur das Gas herunternehmen, nicht aber bremsen, d.h. Schulden abbauen.

Betrachtet man, was paralell in diesem Haushaltsjahr an neuen Lasten und Verpflichtungen geschaffen wurden, sieht es düster aus. Die Bundesbank hat über das Target2-Verfahren über 465 Mrd.€ offene Verbindlichkeiten der anderen Zentralbanken im Euro-Raum. Dies sind vornehmlich in den Krisenländern Irland, Griechenland, Italien usw. Dieses Geld ist damit weitgehend verloren. Parallel haftet man über den ESM, ESFM und andere Programme bereits für 211Mrd. €. Wenn aber Italien fällt (und Frankreich dann an der Krücke geht), kann diese Summe noch mehr ansteigen. Grund ist, dass die politisch einzige Alternative zur Steigerung der Verschuldung die Aufgabe des Euro´s wäre. Dazu ist man aber wohl nicht bereit und übernimmt weitere Milliardenverpflichtungen. Letztlich ist es ja auch schon fast egal, ob diese Summen nun 200, 400 oder 800 Mrd. Euro betragen, da die Vorstellbarkeit solcher Summen bereits nicht mehr gegeben ist.

Egal, also, wie die Sache weiter gehen wird. Ein Sparen der Politik für Notzeit ist nicht in Sicht. Die Konjunktur mit Neuverschuldung zu stimulieren ist eine Lüge der Poltik, wenn das hierfür verwendete Geld nie wieder zur Schuldentilgung verwendet wurde.

Doch muss man sich auch der Folgen solcher Politik bewusst sein: Ein Schuldner, der nie tilgt, sondern nur neue Schulden anhäuft, ist einer, der seine Gläubiger prellen wird. Tatsächlich werden jährlich immer mehr Schulden gemacht, als alte Schulden getilgt. Es ist ein Schneeballsystem (Ponzi-Schema), welches  irgendwann zusammen brechen wird.  In Griechenland, Italien aber auch in den USA, Großbitannien ist dies bereits jetzt der Fall: Will man die Verschuldung zurück fahren (sparen), führt dies zu einem Absturz der Wirtschaft (siehe Griechenland). Neue Schulden machen ist aber kaum mehr möglich, weil die Zweifel an der Rückzahlung immer größer werden. Die 3. Alternative dazu, nämlich die Schulden über Geldentwertung zu mindern, ist im Euroraum kaum umsetzbar (wird aber kommen, weil es dazu aktuell keine Alternative gibt), in den USA oder in Großbritannien erfolgt dies schon. Doch auch das wird nicht auf Dauer die Situation retten. Vielmehr wird aus vielen Faktoren begründet, die Inflation unbeherrschbar bis in die Hyperinflation sich steigern. Der Hauptgrund ist, dass das Vertrauen in eine Währung das wichtigste Gut ist, dieses aber letztlich völlig zerstört ist und wird. Ohne Vertrauen in eine Währung und deren Stabilität und Werthaltigkeit fällt aber das Geld auf seinen nominalen Papierwert zurück, es ist nichts mehr wert.

Frühere Krisen waren nur begrenzt auf ein Land oder eine Region, andere Zonen konnten sich halten und stabilisierten damit. Heute aber fällt im großen Stil die Finanzwelt zusammen. Dollar und Euro sind am meisten betroffen davon. China wird das nicht unbeschadet überstehen, weil deren Geldreserven sich gleichzeitig mit diesem Crash auflösen und zugleich innenpolitisch die Probleme explodieren (kein Export, keine Arbeit, Platzen der Immobilienblase….). Ebenso sind die anderen Schwellenländer massiv in Mitleidenschaft gezogen (Indien hat auch massive Inlandsschulden, Russland und Südamerika oder Australien könnten am glimflichsten davon kommen).

Daher wird der kommende Crash von Euro und Dollar unsere Welt nachhaltig verändern. Wann dieser Crash kommt, ist nicht bestimmbar. Den Aussagen der Politkern zufolge sind wir bereits mehrfach direkt davor gestanden. Es ist also jederzeit möglich, aber auch eine längere Phase mit Hyperinflation und Turbulenzen kann sein.

Die Politik bereitet sich nicht für Notzeiten vor. Ihre Versprechen sind nicht erfüllt. Daher liegt es an Ihnen selbst, sich vorzubereiten und zu sparen für Notzeiten. Dies ist im Übrigen keine neue Erkenntnis, sondern eigentlich die Lebensweise unserer Vorfahren und früheren Generationen. Sie waren viel häufiger von Krieg, Mißernten, Raub, Geldkrisen, Krankheiten …. bedroht. Entsprechend lebten sie einen viel nachhaltigern, vorsichteren Lebenstil, hatten Reserven, Rücklagen und planten auch für Krisen.  Das “Just in time”-Leben unserer Tage ist dann wohl vorbei. Wir werden mehr darauf achten, was es wann zu kaufen gibt. viele unnütze Dinge sind heute schon einsparbar und die Geldmittel sinnvoller zu verwenden. Auch werden wir wieder lernen, was Vorratshaltung bedeuten muss. In der Krise werden wir zuerst uns an leere Regale und ausbleibenden Lieferungen bekannter Güter gewöhnen müssen. Auch geschlossene Banken (Bankfeiertage oder Konkurse) werden zu erwarten sein. Die Versorgung aus Gütern der Region wird wieder normal werden und viele Importe aus dem Ausland ausbleiben.

Die Welt wird mit der Krise nicht untergehen, auch die Wirtschaft und das öffentliche Leben werden nicht im totalen Chaos enden und bleiben. Nach einer turbulenten Phase wird es wieder Stabilität geben und neue Strukturen. Es geht also nicht darum, das Ende der Welt zu erwarten, sondern nur eine absehbare und drohende Krise zu überstehen.

Daher, bereiten Sie sich vor, machen Sie sich und Ihre Familie sturmsicher. Es geht auch nicht darum, für jeden Notfall eine Lösung zu haben (das kann man nicht). Vorsorge lässt sich in einem schönen Vergleich gut darstellen:

Wenn ein Bär ein Ferienlager angreift und bedroht, kommt es nicht darauf an, der Schnellste zu sein, sondern es geht nur darum, schneller als der Langsamste zu sein!

Reiches Deutschland

März 22nd, 2011

Dieser Tage wurde der ESM, der erweiterte Stabilitäts- und Finanzierungspakt der Euroländer verabschiedet. Deutschland zahlt hier ca. 22 Mrd Euro ein und garantiert für insgesamt weiteren 190 Mrd Euro zusätzlich zu den bereits in den anderen Pakten vereinbarten Beträgen.

Deutschland, so der Eindruck den solch eine Zahlungsbereitschaft vermittelt, muss wirklich solvent sein, um diese riesigen Summen übernehmen zu können. Doch der Blick in die Haushaltslage der Kommunen, Bundesländer als auch des Bundes zeigen anderes. Hier ist massiv mit neuen Schulden der laufende Betrieb finanziert und von Rücklagen für die kommenden Lasten aus den Pensionen und der Überalterung der Bevölkerung ist nichts zu sehen.

Der Haushalt für die nächsten Jahre zeigt dies überdeutlich (Angaben in Mrd. Euro)

2010: Ausgaben 319,5 Neuverschuldung 80,2 = 25,1%

2011:  Ausgaben 307,4 Neuverschuldung 57,5 = 18,7%

Für die nächsten Jahre soll die Neuverschuldung zwar gesenkt werden, liegt aber dennoch deutlich über 10% der Ausgaben. Faktisch ist seit vielen Jahren die Ausgabenseite immer über den Einnahmen gelegen, so dass jedes Jahr unser Staat neue Schulden machte. Diese haben sich inzwischen für ganz Deutschland auf fast 2.000Mrd. Euro angehäuft, wobei die Tendenz der Jahre einen starken Anstieg verzeichnet. Von einem Abbau der Neuverschuldung sprechen zwar die Entwürfe, nicht aber die täglichen Entscheidungen der Politik (siehe ESM => hier garantieren wir für das Vielfache der jährlichen Neuverschuldung).

Für mich als Unternehmer und Privatmann sind solche Vorgänge völlig unverständlich. Keine Bank würde auf Dauer akzeptieren, dass ich mehr Geld ausgeben als ich einnehme.  Keine Finanzierung würde mir hier gute, billige Zinsen einräumen. Vielmehr würde eine Verschlechterung der Sicherheiten und der Finanzlage meinerseits sofort dazu führen, dass ich neue Sicherheiten geben müsste oder die Kredite gekündigt würden.

Es liegt ja nicht daran, dass unser Staat zu wenig Geld hat. Die Steuern und Abgaben sind erdrückend für die Mehrzahl der Bürger, die Steuern zahlen. Jedoch, darin liegt das Problem, die Zahl der Steuerzahler und deren Leistungsfähigkeit ist übersichtlich. Die großen, politikbeherrschenden Unternehmen zahlen wenig bis gar keine Steuern. Die Gewinne werden sonst wo steuerfrei generiert. Ebenso ist eine Vielzahl von Staatsbediensteten da, die letztlich nur vom Staat leben. Deren Leistung ist keine Steuereinnahme, da deren gesamte Leistung insgesamt von Steuern finanziert werden muss. Wie ein Krebsgeschwür breitet sich die Bürokratisierung aus und zwingt auch in den Unternehmen immer mehr unproduktive Stellen zu schaffen, um die bürokratischen Anforderungen des Staats zu erfüllen.

Die bislang angehäuften Schulden, das Unvermögen der Politik den Haushalt zu sanieren, die völlige Bürokratisierung des Staats usw. werden neben den bereits überdeutlichen Problemen der Finanzkrise (und des Eurokonstrukts) und der Überalterung der Bevölkerung sich in Kürze zu einem unlösbaren Problem, dem GAU der Politik verbinden.

Windenergieanlagen in energetischer Hinsicht

Februar 11th, 2011

Windenergie ist als Alternative zu fossiler Energie vielfach genannt und sogar kürzlich behauptet, man könne mit Wind und anderen Alternativen völlig von fossiler Energie und Kernkraft weg kommen. Dem möchte ich folgende Überlegung gegenüber stellen, die etwas die Möglichkeiten solcher Überlegungen und Zahlen relativiert.

Ausgangspunkt ist folgende Überlegung: Jede Windkraftanlage benötigt zur Herstellung, Aufstellung viel Energie, bevor also die erste kWh Strom selbst produziert ist. Hierzu gibt es Berechnungen, die für die Zeitperiode, bis der von der Windkraft produzierte Strom wieder die Energie der Herstellungsprozesses einbringt, je nach Standort 2 bis 6 Monate angeben. Diese Berechnungen sind höchst komplex und daher auch anfällig für Manipulation, die der normale Leser und Bürger kaum erfassen kann. Auch ist die Datenlage, was denn für die Produktion an Energie verwendet wird, relativ komplex und widersprüchlich.  Daher möchte ich im folgenden diese Energieabschätzung auf andere Art und Weise durchführen, nur um etwa eine Größenordnung zu definieren.

Ein PKW benötigt ca. 25,31 kWh/kg Energie für die Produktion. Für die Entsorgung sind weitere 5,84 kWh/kg zu veranschlagen. Ein PKW ist ein Massenprodukt und daher vermute ich, dass dort besonders viele energieoptimierte Prozesse gegeben sind, die bei  Windkraftanlagen nicht so möglich sind, da deren Stückzahlen geringer sind.  Daher gehe ich von 31,15kWh/kg auch als gesamte Herstellungs/Entsorgungsenergie für diese Windkraftanlage aus. Als Windkraftanlage nehme ich die Enercon E-126 mit 2800 to Gewicht und 7,5 MW Leistung. Bezüglich der Leistung ist zu berücksichtigen, dass die durchschnittliche Volllastdauer bei unter 20% liegt, d.h. in weniger als 20% der Zeit wird die Volllast der Anlage erreicht.  Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Energie der Windkraftanlage ja vor Ort gemessen wird, d.h. bis sie wieder an den Ort der Windkraftanlagenproduktion anlangt sind weitere Verluste angefallen.  Daher ist ein Ansatz mit  30% ein relativ günstiger Wert. Zudem ist die Relation aus Leistung und Gewicht bei dieser Anlage günstiger als bei kleineren Anlagen. Auch sind weitere Bauteile wie die Fundamentierung und die Zuleitungen nicht angesetzt.  Mit diesen günstigen Ansätzen ergibt sich folgender Wert für die Herstellungsenergie:

2800.000kg x 31,15 kWh/kg   =  87220 MWh Herstellungs+Entsorgungsenergie

Für die energetische Amortisation ist diese Zahl durch die Leistung, den Leistungskoefizienten (30%)  zu dividieren:

8722oMWh/7,5MW/0,3/24h   =  1615,2 Tage  =  4,42 Jahre

Daraus ergibt sich, dass die Windkraftanlage ca. 4,42 Jahre benötigt, um die für die Produktion/Entsorgung notwendige Energie wieder zu erwirtschaften. Setzt man die durchschnittliche Volllastzahl des bundesdeutschen Durchschnitts von 16,5% an, wäre diese Zeitdauer etwa doppelt so lange.  Dies ist um etliche Größenordnungen länger, als es die sonst gehandelten Berechnungen ausweisen. Bei einer Lebensdauer von 15 Jahren bis zur ersten großen Sanierung (diese sind teils viel früher schon erforderlich), produziert diese Anlage daher nur das 3,4-fache der Herstellungsenergie, unter Ansatz von 16,5% für den Bundesdurchschnitt liefern diese Anlagen nur soviel Energie mehr, als man zur Herstellung verbrauchte.

Es ist also aus energetischer Sicht kein besonders hoher Vorteil in diesen Windenergieanlagen zu sehen. Setzt man die Subventionen, die volkswirtschaftlich inzwischen bedeutende Ausmaße angenommen haben, mit an, wird deutlich, dass mit Windenergieanlagen letztlich keine Alternativenergie zur Verfügung steht.

Wie alles begann….

Februar 11th, 2011

Heute, in Zeiten der Wirtschaftskrise und der unsicheren Zukunft, die damit droht, fragen sich viele, wie es dazu kommen konnte. Wie war es möglich, dass trotz dieser Bildung und der Intelligenz unserer Eliten, trotz all der Kenntnisse es soweit kommen konnte. Ohne jetzt die ganze Welt zu erklären, möchte ich an nachfolgenden Beispielen die Systematik erklären und verständlich machen, woran es aus meiner Sicht krankt.

Früher, vor vielen Jahren, an die man sich kaum noch erinnert, gab es eine große Fernsehfabrik in Nürnberg. Diese Fernsehgeräte von Grundig waren beliebt, gut und standen in den kleinen Elektromärkten überall als Zeichen unseres Wirtschaftswachstums zum Kauf. Diese Geräte waren aber teuer und so begann man billigere, meist deutlich schlechtere Fernsehgeräte aus Fernost einzuführen. Diese standen nun neben Grundig usw. Die Qualitätsprobleme waren irgenwann auch gelöst, jedoch die Geräte billiger als die im Land produzierten. Man musste also gegensteuern. Man fing an, die Geräte mit Komponenten aus diesen Billiglohnländern zu versehen. Jedoch konnte man nicht die Differenz damit ausgleichen, die allein schon aus dem unterschiedlichen Sozialniveau und den Löhnen bestand. Mit jedem Kauf eines dt. Fernsehgerätes waren Sozialabgaben und Arbeitsplätze in Deutschland finanziert, die Geräte aus Fernost hingegen leisteten hierzu keinen großen Beitrag und der Preisvorteil war stets größer.  Daher nahm der Anteil der Fernostkomponenten stetig zu, die Belegschaft und Produktion im Land wurden stetig reduziert, bis irgendwann das Gerät letztlich nur noch ein Fernostgerät mit dt. Namen war. Es teurer als die Fernostgeräte zu verkaufen, war nicht mehr möglich und letztlich wurde die Produktion in Deutschland eingestellt. Die letzten Fabriken geschlossen und der Name für einige Zeit nur noch als Vertriebsmarke weiter geführt. Auch die kleinen Elektroläden sind längst verschwunden. Großmärkte mit riesigen, einfach anzufahrenden Parkplätzen und vor allem deren Großrabatten, waren diese kleinen Läden einfach nicht konkurrenzfähig.

Durch den Preisdruck in der Produktion musste reduziert werden. Wo es möglich war, wurden einfache Tätigkeiten ins Ausland verlagert und durch Maschinen ersetzt. jedoch, die Arbeitnehmer, die dadurch ihre Arbeit verloren, mussten wieder neue Arbeit finden. Wenn es hochqualifizierte Arbeitnehmer waren, gab es genügend Möglichkeiten, jedoch für die einfachen Tätigkeiten und Qualifikationen gab es immer weniger Angebote. Folglich stieg der Anteil der Arbeitslosen in diesem geringer gualifizierten Bereich. Mehr Arbeitslosigkeit erzeugt höhere Sozialkosten, die dann wiederum vornehmlich auf die Produktionskosten im Land aufgeschlagen wurden. Der Druck zur Reduktion der Kosten stieg und der Drang zum Auslagerung, Reduktion der inländischen Beschäftigten stieg weiter an. Letztlich sind Produktion, Kapital und Warenhandel komplett globalisiert , jedoch die Sozialkosten wurden weiter nationalisiert und, infolge der großzügigen Regelungen für die Reichen, sogar auf noch kleinere Bevölkerungsgruppen reduziert  worden. Das verfügbare Einkommen der Masse der Berufstätigen wurde immer mehr mit Steuern und Abgaben belastet, das Einkommen der oberen Einkommensgruppe im Verhältnis dazu immer weniger besteuert. Um die Soziallasten zu reduzieren und auch die Produktionskosten zu minimieren, wurde Lohnzurückhaltung verlangt, die Absicherung immer tiefer angesetzt.

Die Politik hat letztlich die gesamten Strukturen des Handels, des Geldverkehrs, der Produktion usw. globalisiert. Es wurden aber die Steuererhebung und die Soziallasten  völlig außen vor gelassen. Das Rad der Globalisierung dreht sich immer stärker, jedoch tragen die dort entstandenen Gewinne keine Soziallasten und unterliegen nur geringen Steuern.

Anderseits, gehen große Banken zu Grunde, wird die Beschäftigung über Frühverrentung oder mittels Leiharbeitern ausgedünnt, gehen die damit verbundenen Sozialkosten, Sanierungskredite und Auffangbürgschaften stets zu lasten der jeweiligen Länder und deren Bürger.

Solange daher die Politik nicht ansetzt, die Globalisierung auch in dem Steuerrecht und Beteiligung an den Soziallasten zu beteiligen, wird sich diese Farce der Globalisierung immer weiter fortführen und letztlich einen Status erreichen, der an römische Dekadenzzeiten erinnert.

PU-Schaum, die neue Gefahr

Januar 24th, 2011

Als ich heute im Baumarkt 3 Dosen Montageschaum kaufen musste, erlebte ich eine Überraschung: Statt frei im Regal fand ich die Ware hinter Gitter mit Vorhängeschloss vor. Nach einiger Zeit hatte der zuständige Verkäufer Zeit, mir aufzusperren. Jedoch, bevor ich die Flaschen entgegen nehmen konnte, hielt er mir eine fast 5 minütige Belehrung über alle Gefahren und Anwendungen, Behandlung bei diesen und jene Notfall.  PU-Schaum, der in der heutigen Bauweise und im Baugeschehen unverzichtbarer Partner bei allen Problemen von Öffnungen, Toleranzen und sonstigen Planabweichungen ist auf dem Index.

Jetzt ist diese Allzweckwaffe im Bau krebsgefährdend, löst Allergien aus, hat Dämpfe mit Isocyanaten und Flammmitteln.  Vorbei die Zeit der unbekümmerten Nutzung dieses Stoffes, um Öffnungen mit Kabeln zu schließen, Fensterbänke zu setzen, Fensterfugen zu schließen und Innentüren zu setzen.

Nach Aussage des Verkäufers ist die Sache ernst. Er musste sich einer intensiven Schulung mit 4000 möglichen Prüfungsfragen unterziehen. Die Schulung sei eigentlich für Chemiker konzipiert und er sei froh, sie überhaupt bestanden zu haben. Das Thema sei aber längst nicht zu ende. Es gibt noch die Dämpfe von Lötstäben beim Schweißen. Auch Lacke und andere Farben sind sehr gefährlich. Zudem müsse man ja froh sein, dass man nicht eine schriftlichen Verwendungsnachweis des Käufers verlangt habe seitens des Gesetzgebers, um überhaupt diese Schäume verkaufen zu können.

Ich bin einfach nur mit einem Gefühl der Erleichterung aus dem Markt: Meine eigene Baustelle ist bald fertig und abgeschlossen, bevor es noch komplizierter wird.  Was ich aber auf den Baustellen, die ich von Berufs wegen zu regeln habe, machen soll, dass muss ich wohl auch erst in teuren Schulungen erlernen.

Wir bauen Sondermüll!

Januar 22nd, 2011

Da ich  nicht nur theoretisch mich mit dem Bauen beschäftige, sondern auch selbst ein sehr altes Haus saniert habe (ca. 500Jahre alt), kann ich viele Punkte des Bauens nicht nur von der Planerseite sondern auch aus der Seite des Bauherrn und Bauhandwerkers besser verstehen. Bedingt durch den Umbau habe ich viel Bauabfälle und Bauschutt entsorgen müssen.

Bei einem alten Haus sind das vornehmlich alte Kalkputze mit Rosshaar, Schilfrohrmatten, Holz und Ziegel/Bruchsteine gewesen. Diese konnten einfach und ohne viel Thema auf der Bauschuttdeponie abgegeben werden.  Nur dann, wenn es gestrichene Bauteile waren, wurde nach Belastungen nachgefragt und ggf. diese Holzteile wie Fenster unter behandeltem Holz abgegeben.

Doch, was wäre, wenn ich meinen jetzt so schön renovierten Altbau umbauen müsste und hier zu entsorgen hätte? Oder was wäre, wenn ich einen schönen Neubau mit Gasbeton und Gipskarton zu entsorgen hätte? Jeder Gasbeton, Gipskarton und wohl auch bald jeder Kalksandstein (dieser ist in der Rezeptur weitgehend dem Gasbeton gleich) müsste als Sondermüll zu den Kosten des Hausabfalls entsorgt werden. Ich würde keine Fuhre meines Bauschutts mehr in die Deponie abfahren können, weil die verunreinigten Teile sofort mich ausschlössen. Was ist der Grund:

Man hat wegen der Umweltbelastung mit Kalk die Schwefelsäuren der Abgase der Industrieanlagen gereinigt. Findig, wie die Industrie ist, wurde dieser dadurch entstehende Gips als Baustoff weiter genutzt. Dadurch ist dieser Industrieabfall in die gesamte Kette der Bauindustrie gekommen. Erst spät wurde klar, dass damit auch Schwermetalle und andere gefährliche Stoffe (organische Kohlenwasserstoffe, darunter wohl auch Dioxine) verbreitet wurden.  Umweltbewusst, wie  unsere Regierungen nunmal sind, haben sie zwar die wirtschaftsfreundliche Entsorgung des Mülls in unsere Wohnhäuser erlaubt, diesen Müll in die Bauschuttdeponien zu bringen, das aber verbieten sie uns.

Dumm wird der sein, der in ein paar Jahren diese alten Häuser entsorgen muss. Die Häuser, die in der Werbung als Öko-Bauweise angepriesen werden,  sind dann Sondermüll und nur mit großem Aufwand zu entsorgen. Gerade jene, die mit Bauweise in Gasbeton dieses Styropor vermeiden wollten, werden nun genau das Gegenteil haben.

Man wird das Thema wohl auch in der Zukunft bei den Ziegeln vorfinden! Dort ist nämlich der Fakt gegeben, dass es kein Entsorgungssystem für das Prozesswasser (Reinigungswasser aus Abgasstaubfiltern) gibt.  Nebst, dass in diesen porosierten Ziegeln alles mögliche eingemischt wird und verbrannt, sind dort eben auch diese Abgasreststoffe enthalten.

Wir werden daher für die Zukunft ein echtes Entsorgungsproblem mit unseren aktuellen Gebäude haben und dies in einem Umfang, welches die früheren Probleme mit Lindan usw. wohl klein erscheinen lassen werden.

Angst vor dem Winter?

Januar 22nd, 2011

Viele haben Angst vor dem Winter, besonders wenn viel Schnee auf den Dächern liegt und gar noch Tauwetter mit starken Regenfällen diesen Schnee bis zum Maximum schwer werden lässt. Auch in dem Nachrichten sind in diesem Winter wieder viele Berichte über eingestürzte Hallen, Märkte und sogar Schulhallen zu lesen gewesen.  Sind die Normen falsch, sind die Handwerker zu dusslig und dumm, sind die Planer überfordert oder ist das alles ganz einfach zu erklären und normal?

Aus Sicht des Statikers sind hier viele Faktoren zu nennen, die diese Einstürze erklärlich werden lassen:

1. Viele eingestürzte Bauwerke sind mit Fachwerkträgern erstellt. Hier werden dünne Bretter mit Stahlverbindungsteilen zu einem Tragwerk als Fachwerkbalken verbunden. Diese Tragwerke sind zulässig, jedoch haben sie extrem wenig Tragsicherheitsreserven, da diese Konstruktionen äußerst wirtschaftlich sein sollen (billige Einkaufsmärkte, Ställe, Lagerhallen usw.). Hinzu kommt, dass die Statik für diese Konstruktionen kein Konstruktionsbüro (Statiker) berechnet, sondern diese Binder von den Herstellern selbst gerechnet werden, weil nur die Hersteller die Programme für diese Verbindungssystem haben. Auch häufig ist es aus Kostengründen aus dem Statikhonorar heraus genommen. Es wird dann ein Dach von irgend einer Firma berechnet und eingebaut. Nur dann, wenn das Gebäude unter die Prüfstatik fällt (also extern nochmals geprüft wird) erfolgt eine genaue Prüfung der Unterlagen und Berechnungen. In allen, den allermeisten Fällen (auch noch heute) erfolgt aber das nicht. Es kann also sein, dass irgend ein angelernter Bauzeichner oder Zimmerer diese Balken nach irgend einem Programm/Muster erstellt. Es ist naheliegend, dass hier sich infolge mangelnder Überprüfung und Qualifikation viele Fehler einschleichen können, die dann zu diesen Einstürzen führen können.

2. Die Belastung aus Schnee usw. ist in der Vergangenheit teils zu niedrig angesetzt worden. Schneeverwehungen, auf tiefere Dächer abrutschender Schnee sind vielfach nicht ausreichend berücksichtigt worden. In der neuen DIN 1055 sind hier jetzt teils höhere Lasten vorgesehen. Jedoch nützt auch alles in der Norm nichts, wenn unqualifizierte Planungen diese Punkte nicht umsetzen. Zuletzt ist es so, dass viele Dächer einfach so mit Solaranlagen und irgendwelchen zusätzlichen Lasten in als nicht ausgebauten Dachräumen zusätzlich belastet wurden. Auch dies dürfte einen Teil der Probleme erklären. Zuletzt ist es so, dass eine Norm nie alle tatsächlichen Faktoren und Umstände abdecken kann. Die Möglichkeit, dass ein extremes Schneeereignis höhere Lasten als in der Norm verursacht, ist immer gegeben.

3. Wer würde erwarten, dass ein Auto, wenn einmal gekauft, für immer ohne Wartung fährt? Bei Gebäuden hingegen ist diese Einstellung vorhanden. Es wird erst reagiert, wenn Risse oder andere Schäden sich abzeichnen. Dann aber ist es viel zu spät. Viele Probleme zeigen sich auch nicht lange vorher bzw. sind nur vom Fachmann zu erkennen. Es gibt keine Regelung, regelmäßig Bauwerke zu warten und zu prüfen.

Aus meiner Erfahrung als Baustatiker und Bausachverständiger sind wohl die meisten Neubauhallen im landwirtschaftlichen Bereich mit Mängeln behaftet. Auch im Hallenbereich von Einkaufsmärkten sind massive Mängel vorhanden. Überprüfungen von Wohnhäusern bei meinen Baugutachten bringen auch bei ca. 50% der Fälle massive statische Mängel zu Tage.  Es wundert mich daher ehr, dass so wenig Einstürze und Gefährdungen zu vermelden sind.

In den letzten 4 Wochen habe ich z.B. 2 Holzhallen und einen Dachstuhl eines Neubaus überprüft. Die eine Holzhalle wurde sofort gesichert, weil massiv einsturz gefährdet. Die andere Holzhalle ist massiv noch nachzubessern. Das Neubaudach wird noch nachgearbeitet.

Es ist also mehr als berechtigt, Angst vor dem Winter und vor allem den Schnee zu haben!

Innenansichten

Januar 22nd, 2011

Innenansichten sind für andere nicht gleich zugänglich. Innenhöfe sind verschlossen, in Häuser kommt man nicht so einfach hinein. Es sind andere Welten, andere Weltsichten, die sich hinter unauffälligen und normalen Fassaden verbergen.

Mit dem Blog “Innenansichten” möchte ich etwas Einblick in die Welt des Bauingenieurs geben. Es ist weder gedacht, hier hoch fachliche Diskussionen oder gar Bauberatung zu machen, sondern es ist einfach eine Mischung aus dem, was einem im Beruf und der Lebenswelt so begegnet und gedanklich bewegt.